Büro für Angewandte HydrologieBüro für Angewandte Hydrologie

 

 

Großskalige hydrologische Modellierung

 

Lahmer, W., Pfützner, B., Becker,A. (1998). Großskalige hydrologische Modellierung von Landnutzungsänderungen vor dem Hintergrund unsicherer Eingangsdaten. Beitrag zum 2. Workshop "Modellierung des Wasser- und Stofftransports in großen Einzugsgebieten" am 19./20. November 1998 in Rauischholzhausen bei Gießen.

Kurzfassung

Hauptzielstellung des Teiles "Landnutzung im Einzugsgebiet" des BMBF-Forschungsschwerpunktes "Elbe-Ökologie" ist die Entwicklung und praktische Umsetzung von Konzepten zur dauerhaft umweltgerechten Landnutzung in unterschiedlichen Natur- und Wirtschaftsräumen im Elbegebiet unter Berücksichtigung ihrer Auswirkungen auf den Gebietswasserhaushalt. Voraussetzung für die Durchführung solcher Untersuchungen ist zunächst eine möglichst realistische Beschreibung des gegenwärtigen hydrologischen Zustandes ("Ist-Zustandes") des betrachteten Einzugsgebietes, da die durch eine geänderte Landnutzung hervorgerufenen Änderungen des Wasserhaushaltes - verglichen mit den durch zu ungenaue Eingangsdaten hervorgerufenen Unsicherheiten - u.U. eher gering ausfallen können.

Am Beispiel der laufenden Arbeiten im Einzugsgebiet der Stepenitz (Teileinzugsgebiet der Elbe im Land Brandenburg, ca. 575 km2) werden Probleme erläutert, die aus Unsicherheiten der zur Verfügung stehenden räumlichen und zeitlichen Eingangsdaten resultieren und eine exakte hydrologische Beschreibung des Untersuchungsgebietes erschweren. Besondere Bedeutung kommt dabei der Informationsdichte der meteorologischen Eingangsgrößen zu, die für eine flächendeckende Ableitung verschiedener Wasserhaushaltsgrößen oft zu gering ist. Während sich Monats- und Jahreswerte dieser Größen noch mit hinreichender Genauigkeit angegeben lassen, ist z.B. eine modellhafte Berücksichtigung lokal begrenzter Starkregenereignisse nur näherungsweise möglich. Verschiedene Interpolationsverfahren zur Flächenübertragung der meteorologischen Eingangsgrößen können dabei zu ebenso großen Fehlern führen wie unangemessen vereinfachende räumliche Aggregations- oder Regionalisierungsverfahren, die bei großskaligen hydrologischen Modellierungen oft Voraussetzung für eine effektive Beschreibung hydrologischer Gebietseigenschaften sind. Ziel der großskaligen Modellierung muß es deshalb sein, einen Kompromiß zwischen hinreichend begründbaren Modellvereinfachungen, ausreichend hoher räumlicher und zeitlicher Informationsdichte und nicht zuletzt einer geeigneten Berücksichtigung von Datenunsicherheiten zu finden. Nur dann sind umfangreiche Sensitivitätsanalysen sowie langjährige Szenarienrechnungen unter der Annahme eines geänderten Klimas und/oder einer geänderten Landnutzung möglich und sinnvoll. 

 

 

Kontakt   Sitemap   Impressum   Copyright © 2008 BAH   Stand: Freitag, 12. April 2013