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quasi-natürliche Zuflüsse ins Berliner Gewässernetz

 

Ermittlung quasi-natürlicher Zuflüsse ins Berliner Gewässernetz

  • Auftraggeber: Bundesanstalt für Gewässerkunde
  • Bearbeiter: BAH-Berlin
Berliner_Zufluesse_klein

 

Durch die Bundesanstalt für Gewässerkunde war ein Bewirtschaftungsmodell für die Berliner Wasserstraßen aufzubauen. Wesentliche Grundlage eines solchen Modells war die Kenntnis des Wasserdargebotes des Berliner Gewässersystems einschließlich ihrer
Zuflüsse.

Das Abflußregime dieser Gewässer ist insbesondere im Stadtgebiet stark anthropogen beeinflußt, so daß es nur bedingt möglich ist, die natürlichen Abflußverhältnisse aus gemessenen Abflußreihen zu rekonstruieren. Deshalb sollten in diesem Projekt quasi-natürliche Zeitreihen der nordöstlichen Zuflüsse zur Berliner Wasserstraßen unter Nutzung eines hydrologischen Wasserbilanzmodells simuliert werden.

Im Einzelnen waren Reihen der Monats-MQ für den Zeitraum Januar 1951 bis Dezember 1990 für die folgenden Einzugsgebiete zu ermitteln:

  • Löcknitz
  • Fredersdorfer Fließ,
  • Neuenhagener Fließ,
  • Wuhle,
  • Panke und
  • Tegeler Fließ.

Abbildung 1: Einzugsgegiete

Die Abbildung 1 gibt einen Überblick über die zu bearbeitenden Einzugsgebiete. Insbesondere von Wuhle und Panke liegen bedeutende Gebietsteile im Berliner Stadtgebiet und sind somit durch die Kanalisation beeinflußt. Hier wie auch in den anderen Einzugsgebieten war deshalb der Einfluß der Kanalisation (Trenn- und Mischwasserkanalisation) zu berücksichtigen.

Im Laufe der Untersuchungen in diesem Projekt wurde ein Niederschlag-Abfluß-Modell für die nordöstlichen Zuflußgebiete zum Berliner Gewässersystem entwickelt.

Es konnte anhand von Wasserhaushaltssimulationen gezeigt werden, daß die Modellergebnisse durch die Abflußmittel ausgesuchter Pegel für weitgehend anthropogen unbeeinflußte Perioden gestützt werden. Die räumliche Verteilung der simulierten Wasserhaushaltsgrößen und die Gebietsmittel stehen in befriedigender, teils guter Übereinstimmung zu den Wasserhaushaltsgrößen nach ABIMO, das hier als Referenzmodell diente.

Bezüglich der simulierten Abflußganglinien konnte das Modell nur für den Löcknitzpegel Klein Wall hinreichend verifiziert werden. Für alle anderen Gebiete waren die anthropogenen Überprägungen des natürlichen Abflußregimes nur teilweise rekonstruierbar, so daß nicht eingeschätzt werden kann, inwiefern das Modell die natürlichen Verhältnisse nachbildet.

Es sei aber an dieser Stelle noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, daß bzgl. der Abflußbildung Transformationsfunktionen zur Ableitung der Modellparameter aus Flächeneigenschaften wie Boden, Landnutzung und Grundwasserflurabstand angewendet wurden. Dies erfolgte einheitlich für das Gesamtgebiet, so daß hier von einer hohen Objektivität bei der Modellparametrisierung ausgegangen werden kann.

Im Zuge der Modellkalibrierung wurden lediglich die Abflußkonzentrationsparameter geändert, und zwar auch wieder einheitlich für alle Gebiete. Die Zielstellung dabei war es, den am ehesten als anthropogen unbeeinflußt geltenden Pegel Klein Wall nachzubilden.

Schon allein durch die Anwendung dieses methodischen Grundprinzips kann davon ausgegangen werden, daß die berechneten Ganglinien auch für die stark anthropogen beeinflußten Gebiete das natürliche Regime zumindest annähernd beschreiben.

 

Literatur

Finke, W. und I. Dornblut: Untersuchung der Wasserbewirtschaftung der märkischen Wasserstraßen Wasserwirtschaft, 89(1999)3, 118-124

Dornblut, I. und W. Finke: Langfristbewirtschaftung für die Berliner Wasserstraßen - Untersuchungen mit dem ArcGRM Berlin. BfG - Veranstaltungen 2/2000, S. 57-82 Kolloquium am 14./15.09.1999 in Berlin "Wasserbewirtschaftung an den Bundeswasserstraßen - Probleme, Methoden, Lösungen"

Bundesanstalt für Gewässerkunde (BfG)(1998): "Langfristbewirtschaftungsmodell Berliner Wasserstraßen", Bericht BfG-1153, Berlin

Richter, K. & G. Fürtig (2003): "Ermittlung des Wasserdargebotes und der Grundwasserneubildung für das Einzugsgebiet des Elbe-Havel-Kanals",  Anlage zum BfG-Bericht 1357: "Wasserbewirtschaftungsmodell auf Tageswertbasis für die Bundeswasserstraßen des Projektes 17 von Berlin bis zur Schleuse Sülfeld", Bundesanstalt für Gewässerkunde Koblenz.

 

 

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